
Verwesender Biber, Foto: Justus Siebert
Kadaver, etwa in Wäldern oder am Straßenrand, wirken auf den ersten Blick oft befremdlich. Doch was für viele unappetitlich oder gar gefährlich erscheint, ist in Wahrheit ein Motor für das Leben: Kadaver sind Hotspots der Biodiversität. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für unzählige Organismen – von Wirbeltiergruppen wie Vögeln (z. B. Kolkrabe, Rotmilan) und Säugetieren (z. B. Fuchs, Wildschwein) über Käfer und Fliegen bis hin zu Bakterien und Pilzen. Trotz ihrer ökologischen Bedeutung ist das Liegenlassen von Kadavern in der Natur weiterhin umstritten: Sorgen um Seuchengefahr, menschliche Sicherheitsaspekte und Fragen der Ästhetik prägen die Diskussion. In einem spannenden Vortrag beleuchtet die Biologin Sophie Horlebein, warum Kadaver nicht nur Überreste sind, sondern zentrale Bausteine funktionierender Ökosysteme – und weshalb es sich lohnt, ihre Rolle neu zu überdenken.